Topinambur gehört zur Familie der Sonnenblumen und trägt den botanischen Namen Helianthus tuberosus. Damit ist das Sonnengewächs eine kleine Schwester der großen Sonnenblume. Und wirklich: Die gelben Blüten mit den strahlenförmig angeordneten Blütenblättern erinnern tatsächlich an eine kleine Sonne. Ebenso wie ihre große Verwandte, kann der Pflanzenschaft eine stattliche Höhe – nämlich bis zu drei Meter – erreichen. Unter der Erde bildet die Topinambur Knollen aus, die mit ihrem knubbeligen Äußeren an Kartoffeln oder Ingwer erinnern. Geschmacklich kommen sie dem feinen Aroma der Artischocke sehr nahe, weshalb sie auch als Erdartischocken bezeichnet werden. Ihren Ursprung hat die Pflanze in Nordamerika, von wo aus sie sich auch auf dem südlichen Teil des Kontinentes verbreitete. Seefahrer brachten sie im 17. Jahrhundert nach Frankreich. Dort avancierte sie an den Fürstenhöfen schnell zu einer Delikatesse. Die Franzosen gaben ihr einen exotischen Namen, der auf den Indianerstamm Topinambus verweist. Dieser in Südamerika beheimatete Stamm ernährte sich zu einem großen Teil von den Knollen. Das Wurzelgemüse verbreitete sich schnell im übrigen Europa und war sehr gefragt, bis es schließlich von der Kartoffel verdrängt wurde. In den letzten Jahren hat die tolle Knolle jedoch ein wahres Comeback erlebt. Und zu Recht, denn Topinambur schmeckt einfach gut: Während sie roh in Salaten ein eher nussiges Aroma entfaltet, entwickelt sie beim Kochen einen etwas süßlichen Geschmack. Dieser kann abgemildert werden, indem man in das Kochwasser etwas Zitronensaft gibt. Mit ihren vielen Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin B1, Eisen, Kalium, Kupfer sowie Magnesium sorgt die tolle Knolle für mehr Wohlbefinden und stärkt Leber, Nieren, Darm und Herz. Die Wurzel ist auch ideal für alle, die auf eine schlanke Linie achten: 100 Gramm der Wurzel enthalten gerade einmal 20 Kalorien und sie enthält viel Inulin, einem Ballaststoff, der besonders gut sättigt. Das Knollengemüse ist winterfest und wird frisch vom Feld zwischen Oktober und April geerntet. Im Kühlschrank oder Keller halten sich die Knollen circa zwei Wochen. Sie können roh oder gegart, mit oder ohne Schale gegessen werden. Topinamburen sind wahre Allrounder in der Küche und können als Hauptspeise, Suppe, Salat oder vieles mehr serviert werden. Vor der Zubereitung sollten die Knollen gründlich gewaschen und abgebürstet werden, damit anhaftende Bodenbakterien entfernt werden. Gekocht wird Topinambur ähnlich wie die Kartoffel: geschält oder ungeschält in Salzwasser. Wer noch auf der Suche nach einer Rezeptidee ist, wird vielleicht bei Topinambur-Antipasti fündig: Dafür die Topinambur schälen, würfeln und in Salzwasser bissfest garen. Salzen, pfeffern und mit etwas Zitronensaft und Olivenöl beträufeln. Buon appetito!
|
|
|